Die Schweiz unterstützt Wärmepumpen mit CHF 3.000 Bundesbeitrag + CHF 30/m² beheizte Fläche + kantonale Förderung (CHF 3.000–15.000). Zusammen: Ein 150-m²-Haus erhält ca. CHF 15.500–22.500, abhängig vom Kanton und Systemtyp.
Bundesbeitrag (Gebäudeprogramm) — einheitlich für alle
Das Bundesamt für Energie (BfE) finanziert den Ersatz von Öl- und Gasheizungen mit einer einfachen Formel:
CHF 3.000 Fixum + CHF 30/m² beheizte Fläche
Beispiele:
- 100 m² Haus: CHF 3.000 + 3.000 = CHF 6.000
- 150 m² Haus: CHF 3.000 + 4.500 = CHF 7.500
- 200 m² Haus: CHF 3.000 + 6.000 = CHF 9.000
Maximal erhalten Sie etwa CHF 10.500 (für sehr große Häuser > 250 m²). Der Bundesbeitrag ist unabhängig vom Systemtyp (Luft-Wasser oder Erdsonde).
Diese Unterstützung läuft über das Gebäudeprogramm (Koordination zwischen Bund und Kantonen) und ist langfristig gesichert bis mindestens 2035.
Kantonale Zusatzförderung — das große Gefälle
Während der Bundesbeitrag überall gleich ist, unterscheiden sich die Kantone erheblich:
| Kanton | Luft-Wasser | Erdsonde |
|---|---|---|
| Aargau | CHF 7’000 | |
| Appenzell Innerrhoden | CHF 3’000 | CHF 4’500 |
| Appenzell Ausserrhoden | CHF 3’000 | CHF 4’500 |
| Bern | CHF 4’500 | CHF 6’750 |
| Basel-Landschaft | CHF 5’000 | CHF 7’500 |
| ... (21 weitere Kantone) | ... | ... |
Vollständige Tabelle aller 26 Kantone:
| Kanton | Luft-Wasser | Erdsonde |
|---|---|---|
| Aargau | CHF 7’000 | |
| Appenzell Innerrhoden | CHF 3’000 | CHF 4’500 |
| Appenzell Ausserrhoden | CHF 3’000 | CHF 4’500 |
| Bern | CHF 4’500 | CHF 6’750 |
| Basel-Landschaft | CHF 5’000 | CHF 7’500 |
| Basel-Stadt | CHF 15’000 | CHF 22’500 |
| Freiburg | CHF 5’000 | CHF 7’500 |
| Genf | CHF 8’000 | CHF 12’000 |
| Glarus | CHF 3’000 | CHF 4’500 |
| Graubünden | CHF 4’000 | CHF 6’000 |
| Jura | CHF 4’000 | CHF 6’000 |
| Luzern | CHF 3’500 | CHF 5’250 |
| Neuenburg | CHF 5’500 | CHF 8’250 |
| Nidwalden | CHF 3’000 | CHF 4’500 |
| Obwalden | CHF 3’000 | CHF 4’500 |
| St. Gallen | CHF 4’000 | CHF 6’000 |
| Schaffhausen | CHF 3’500 | CHF 5’250 |
| Solothurn | CHF 4’000 | CHF 6’000 |
| Schwyz | CHF 3’500 | CHF 5’250 |
| Thurgau | CHF 3’500 | CHF 5’250 |
| Tessin | CHF 6’000 | CHF 9’000 |
| Uri | CHF 3’000 | CHF 4’500 |
| Waadt | CHF 6’000 | CHF 9’000 |
| Wallis | CHF 5’000 | CHF 7’500 |
| Zug | CHF 5’000 | CHF 7’500 |
| Zürich | CHF 5’000 | CHF 7’500 |
Erkenntnisse:
- Basel-Stadt führt mit CHF 15.000 (Luft-Wasser) und CHF 22.500 (Erdsonde).
- Aargau ist auch großzügig: CHF 7.000 / CHF 10.500.
- Uri, Obwalden, Glarus sind sparsam: CHF 3.000 / CHF 4.500.
- Mittelfeld: Zürich (CHF 5.000 / 7.500), Bern (CHF 4.500 / 6.750), Luzern (CHF 3.500 / 5.250).
Ein 150-m²-Haus in Basel-Stadt + Bundesbeitrag = CHF 7.500 + CHF 15.000 = CHF 22.500 Gesamtförderung. Gleiches Haus in Uri = CHF 7.500 + CHF 3.000 = CHF 10.500. Das ist ein Unterschied von CHF 12.000 — fast die Hälfte der Bruttoinvestition.
Daher: Wer in einem großzügigen Kanton wohnt, hat einen massiven Kostenvorteil.
Beispiel: Komplette Kostenrechnung für verschiedene Kantone
Annahme: Luft-Wasser-WP, brutto CHF 24.000, 150-m²-Haus.
| Kanton | Bundesbeitrag | Kantonalbeitrag | Gesamtförderung | Netto-Kosten | Payback (Jahre) |
|---|---|---|---|---|---|
| Basel-Stadt | CHF 7.500 | CHF 15.000 | CHF 22.500 | CHF 1.500 | 0,8 |
| Aargau | CHF 7.500 | CHF 7.000 | CHF 14.500 | CHF 9.500 | 5,3 |
| Zürich | CHF 7.500 | CHF 5.000 | CHF 12.500 | CHF 11.500 | 6,4 |
| Bern | CHF 7.500 | CHF 4.500 | CHF 12.000 | CHF 12.000 | 6,7 |
| Luzern | CHF 7.500 | CHF 3.500 | CHF 11.000 | CHF 13.000 | 7,2 |
| Uri | CHF 7.500 | CHF 3.000 | CHF 10.500 | CHF 13.500 | 7,5 |
In Basel-Stadt rentiert sich die Anlage in unter 1 Jahr (unrealistisch hoch). In Uri braucht es 7–8 Jahre. Aber: Über 20 Jahre ist jede Installation rentabel.
Wie beantragen? Schritte zum erfolgreichen Antrag
Schritt 1: Energieberatung (kostenlos in vielen Kantonen)
Ihr Installer oder das kantonale Energieamt helfen Ihnen, die Grundlagen (Haisfläche, Systemtyp, Kosten) zu dokumentieren.
Schritt 2: Antrag ausfüllen
Die Vorlagen unterscheiden sich minimal je nach Kanton, aber alle folgen dem Muster:
- Gebäudedaten (Adresse, Baujahr, beheizte Fläche)
- System-Auswahl (Luft-Wasser oder Erdsonde)
- 2–3 Angebote von Installern
- Alte Heizung (Brennstoff: Öl, Gas, Holz)
Antrag-Frist: Viele Kantone verlangen, dass Sie BEVOR Sie unterschreiben mit dem Installer.
Schritt 3: Genehmigung und Installation
Üblicherweise dauert die Genehmigung 4–6 Wochen. Danach können Sie mit Installation starten. Das Geld wird nach Fertigstellung und Rechnungs-Vorlage ausbezahlt (Nachzahlung-Prinzip in meisten Kantonen).
Schritt 4: Rechnungen und Abschluss
Sie reichen die finale Rechnung ein, und der Kanton/Bund zahlt innerhalb von 8–12 Wochen.
Wichtig: Manche Kantone haben eine jährliche Budget-Obergrenze. Wenn die Gelder aufgebraucht sind (z.B. Aargau mit sehr attraktiver Förderung), müssen Sie bis zum nächsten Jahr warten. Checken Sie also frühzeitig auf dasgebaeudeprogramm.ch oder direkt beim kantonalen Energieamt.
Zusätzliche Förderung durch Kantone und Gemeinden
Manche Kantone bieten Bonusförderung:
- Wenn Sie auch die Gebäudehülle sanieren (Wärmedämmung Fassade, Fenster): zusätzlich CHF 2.000–5.000 (Aargau, Zürich, Basel-Stadt).
- Wenn Sie Solarthermie ergänzen: In manchen Kantonen +CHF 1.000–2.000.
- Altbau-Prämie: Einige Regionen zahlen mehr, wenn das Haus älter als 30 Jahre ist.
Diese Zusatzförderungen sind Bonus — Sie müssen aktiv nachfragen und auf der Website Ihres kantonalen Energieamts recherchieren.
Bundesbeitrag — wie lange noch?
Das Gebäudeprogramm ist bis mindestens 2035 gesichert, mit jährlichen Budgets von etwa CHF 400 Mio. Es gibt derzeit keine Anzeichen für Kürzungen, aber die Priorität kann sich verschieben (z.B. mehr Fokus auf Gebäudehülle statt Heizung).
Faustregel: Je früher Sie antragen, desto sicherer die Förderung. Die Mittel fließen nach dem Windhund-Prinzip — wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
FAQ: Häufige Fragen zur Förderung
Kann ich den Bundesbeitrag und die kantonale Förderung kombinieren?
Ja, absolut. Der Bundesbeitrag und der Kantonalbeitrag sind unabhängig. Sie erhalten beide.
Was ist, wenn mein Haus nicht auf Öl, sondern auf Gas heizt?
Der Gasheizungs-Ersatz wird auch unterstützt, aber oft mit einem leicht reduzierten Satz (z.B. –10% Kantonalbeitrag). Dies variiert je nach Kanton.
Kann ich die Förderung bekommen, wenn ich nicht der Eigentümer bin?
Nur als Eigentümer oder mit schriftlicher Vollmacht des Eigentümers. Mieter haben keinen Anspruch — das ist Aufgabe des Vermieters.
Wird die Wärmepumpe auch gefördert, wenn ich sie selbst installiere?
Nein. Der Bund und die Kantone fordern eine Fachinstallation durch einen SHVS-Mitglied-Installateur (Schweizerischer Heizungs- und Lüftungsverbund).
Wie lange ist die Wärmepumpe nach Antragstellung gültig?
Typischerweise 2–3 Jahre. Wenn Sie nach 3 Jahren nicht installiert haben, verfällt der Antrag und Sie müssen neu antragen (Förderung könnte sich geändert haben).
Kann ich auch nur eine Teilförderung erhalten?
Ja. Falls die Gemeinde oder der Kanton Budgetgrenzen hat, können Sie teilweise Förderung erhalten. Beispiel: Sie beantragen CHF 22.500, der Kanton hat nur CHF 15.000 Budget übrig — Sie erhalten CHF 15.000, zahlen den Rest selbst.
Nächste Schritte
- Kantonales Energieamt kontaktieren: Google „Energieamt [Ihr Kanton]" oder nutzen Sie dasgebaeudeprogramm.ch.
- 3 Offerten einholen: Ihre künftigen Installer helfen oft bei der Antragsstellung.
- Förderantrag starten: Bevor Sie mit Installation unterschreiben.
- Kostenrechner: Nutzen Sie unseren Förderrechner für eine Vorschätzung nach Kanton und Systemtyp.
Die Förderung ist real und spricht für sich selbst: In Basel-Stadt senkt Sie die Unterstützung eine CHF 24.000 Anlage auf effektiv CHF 1.500. Das ist ein No-Brainer.
